Magen-Darm-Infektionen: Ursachen, Behandlung, Verlauf und wichtige Warnzeichen

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Magen-Darm-Infektionen – medizinisch häufig als infektiöse Gastroenteritis bezeichnet – gehören zu den häufigsten akuten Erkrankungen. Typische Beschwerden sind Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und Bauchkrämpfe. Meistens steckt eine Virusinfektion dahinter und die Erkrankung heilt innerhalb weniger Tage von selbst aus. Entscheidend ist vor allem, einen zu starken Flüssigkeits- und Salzverlust zu verhindern.  

Was sind die häufigsten Ursachen?

Besonders häufig werden Magen-Darm-Infektionen durch Viren verursacht. Dazu gehören vor allem Noro- und Rotaviren. Noroviren sind sehr ansteckend und können sich deshalb beispielsweise innerhalb von Familien, Kindertagesstätten oder Pflegeeinrichtungen schnell verbreiten.

Auch Bakterien können eine Gastroenteritis verursachen. In Deutschland spielen insbesondere Campylobacter und Salmonellen eine Rolle. Auf Reisen kommen je nach Region beispielsweise bestimmte E.-coli-Stämme, Shigellen oder Parasiten als weitere Ursachen infrage.  

Die Übertragung erfolgt unter anderem über direkten Kontakt, verunreinigte Hände und Oberflächen sowie kontaminierte Lebensmittel oder Wasser.

Welche Beschwerden sind typisch?

Eine Magen-Darm-Infektion beginnt häufig plötzlich. Typische Symptome sind:

  • wässriger oder häufiger Durchfall
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Bauchschmerzen oder Bauchkrämpfe
  • Blähungen
  • Appetitlosigkeit und Abgeschlagenheit
  • gelegentlich Fieber sowie Kopf- oder Gliederschmerzen

Durch Durchfall und Erbrechen verliert der Körper Wasser und Elektrolyte. Besonders kleine Kinder, ältere Menschen und Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen können dadurch schneller austrocknen.  

Wie lange dauert eine Magen-Darm-Infektion?

Das hängt stark vom Erreger ab. Eine akute Durchfallerkrankung dauert insgesamt meist wenige Tage bis etwa eine Woche. Bei einer Norovirus-Infektion bessern sich die Beschwerden beispielsweise häufig bereits nach ein bis zwei Tagen.  

Hält der Durchfall ungewöhnlich lange an oder verschlechtert sich der Zustand, sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden.

Was hilft bei einer Magen-Darm-Infektion?

Das Wichtigste ist der Ausgleich des Flüssigkeits- und Elektrolytverlustes. Regelmäßiges Trinken ist daher zentral. Bei stärkerem Durchfall oder Erbrechen können Elektrolyt-Glukose-Lösungen aus der Apotheke sinnvoll sein.

Essen darf man grundsätzlich nach Verträglichkeit. Kleine Portionen und leicht verträgliche Lebensmittel werden häufig besser toleriert. Alkohol, sehr fettreiche Speisen und stark zuckerhaltige Getränke können den gereizten Darm zusätzlich belasten.

Antibiotika sind bei einer gewöhnlichen viralen Gastroenteritis nicht wirksam. Sie kommen nur in bestimmten Situationen und bei ausgewählten bakteriellen Infektionen infrage. Auch Medikamente gegen Durchfall sind nicht für jeden Patienten geeignet und sollten insbesondere bei Kindern nicht unkritisch eingesetzt werden.

Hygiene nicht vergessen

Magen-Darm-Erreger können sehr ansteckend sein. Gründliches Händewaschen mit Wasser und Seife, eine sorgfältige Toilettenhygiene und die Reinigung häufig berührter Oberflächen reduzieren das Übertragungsrisiko. Erkrankte sollten möglichst keine Speisen für andere Personen zubereiten.  

Alarmzeichen: Wann sollte man zum Arzt?

Nicht jeder Magen-Darm-Infekt erfordert einen Arztbesuch. Eine ärztliche Abklärung ist jedoch insbesondere wichtig bei:

  • Blut oder schwarzer Verfärbung des Stuhls
  • starken oder zunehmenden Bauchschmerzen
  • hohem Fieber
  • anhaltendem oder sehr häufigem Erbrechen
  • fehlender Besserung nach etwa 48 Stunden
  • ausgeprägter Schwäche, Schwindel oder Kreislaufproblemen
  • deutlichen Zeichen eines Flüssigkeitsmangels
  • ungewöhnlich lang anhaltendem Durchfall.  

Bei schweren Krankheitszeichen, Bewusstseinsstörungen oder einem deutlich beeinträchtigten Allgemeinzustand kann eine dringende medizinische Behandlung erforderlich sein.

Besonderheiten bei Kindern

Bei Säuglingen und kleinen Kindern ist besondere Aufmerksamkeit erforderlich. Sie verfügen über geringere Flüssigkeitsreserven und können bei starkem Durchfall und Erbrechen vergleichsweise schnell austrocknen.

Eltern sollten besonders darauf achten, ob das Kind ausreichend trinkt und regelmäßig Urin ausscheidet und wie sein Allgemeinzustand ist. Wenn ein Kind kaum oder gar nicht trinken möchte, zunehmend schläfrig oder teilnahmslos wirkt oder anhaltenden Brechdurchfall hat, sollte es ärztlich beurteilt werden.  

Bei Säuglingen gilt zusätzlich besondere Vorsicht: Bereits eine Körpertemperatur ab 38 °C bei Kindern unter drei Monaten sollte ärztlich beurteilt werden.  

Für Säuglinge empfiehlt die STIKO außerdem eine Rotavirus-Impfung, die bereits in den ersten Lebenswochen begonnen wird.  

Fazit

Die meisten Magen-Darm-Infektionen sind unangenehm, aber vorübergehend. Ausreichendes Trinken, der Ersatz von Elektrolyten bei größeren Verlusten, körperliche Schonung und konsequente Hygiene stehen im Mittelpunkt.

Wichtig ist jedoch, den Verlauf zu beobachten. Besonders bei kleinen Kindern, älteren Menschen sowie bei Blut im Stuhl, starkem Flüssigkeitsverlust, hohem Fieber oder ausgeprägten Schmerzen sollte rechtzeitig ärztlicher Rat eingeholt werden.

Hinweis: Dieser Beitrag wurde sorgfältig erstellt und dient ausschließlich der allgemeinen Information. Er ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung, Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Bei Beschwerden oder Unsicherheit wenden Sie sich bitte an Ihre Hausarztpraxis oder eine andere medizinische Fachperson.

Weiterführende seriöse Informationen

⁠gesund.bund.de – Durchfallerkrankungen: Ursachen und Behandlung
⁠gesund.bund.de – Norovirus und Magen-Darm-Infektionen
⁠gesund.bund.de – Medizinische Anlaufstellen für kranke Kinder

Über den Autor

Ein Bild von Dr. medic. Adrian Angelescu - Facharzt für Allgemeinmedizin

Dr. Adrian Angelescu

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